eine ganze Stadt liest ein Buch

Vom 5. Mai – 25. Juni 2026 heißt es bereits zum fünften Mal: „Koblenz liest ein Buch“
Im Aktionszeitraum wird der Roman „Paradise Garden“ von Elena Fischer zum Stadtgespräch und zum Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen und Aktionen.
Über mehrere Wochen hinweg laden Lesungen, Gespräche, kreative Aktionen und ungewöhnliche Veranstaltungsformate dazu ein, das Buch gemeinsam zu entdecken. An vielen Orten im gesamten Stadtgebiet – in Kultureinrichtungen, auf öffentlichen Plätzen oder an überraschenden Schauplätzen – wird Literatur erlebbar und zum Anlass für Austausch und Begegnung.
Darüber hinaus werden Leseexemplare des Romans zum Hineinschnuppern an vielen verschiedenen Orten in der Stadt ausgelegt. Weitere Informationen zum Programm finden Sie in Kürze.
„Koblenz liest ein Buch“ versteht Lesen als gemeinschaftliche Erfahrung. Das Projekt bringt Menschen zusammen, regt Gespräche über zentrale Themen des Romans an und öffnet neue Zugänge zur Literatur.
Mitmachen erwünscht! Sie haben Lust, aktiv am Projekt mitzuwirken? Sie haben eine Veranstaltungsidee, möchten einen Programmpunkt anbieten oder kennen einen besonderen Leseort? Dann schauen Sie auf unserer Mitmachen-Seite vorbei teilen Sie Ihre Ideen!
Das Buch 2026: "Paradise Garden" von Elena Fischer
Ein Sommer, ein Song im Radio und große Pläne

Gewonnen! Der Sommer beginnt verheißungsvoll, denn mit dem Preisgeld könnten Billie und ihre Mutter Marika endlich einmal wirklich in den Urlaub fahren. Normalerweise schieben sie nämlich die Liegestühle auf den Laubengang vor der Hochhauswohnung und schlürfen im Bikini Limonade. Und wenn dann noch die nachts Torten backende Luna oder der nach Shisha duftende, hilfsbereite Ahmed vorbeikommen, ist das Leben schön – ganz ohne auf der Autobahn im Stau zu stehen. Doch dann stirbt Billies Mutter, und die 14-Jährige steht allein vor großen Herausforderungen: Ihre erste Periode bekommt sie ausgerechnet auf der Beerdigung, vor Trauer fallen ihr die Haare aus, und die Großmutter will sie mit nach Ungarn nehmen. Höchste Zeit für Billie herauszufinden, wer ihr Vater ist! Eine aufregende Reise beginnt.
Paradise Garden ist eine zauberhafte und gleichzeitig lässige Geschichte über das Erwachsenwerden unter widrigen Umständen und über das Glück, das die Fantasie uns zu bieten vermag.
»Eine Roadnovel, bei der man immer bereit ist, sein letztes Hemd für das Glück ihrer Figuren oder zumindest das Ende ihres Unglücks zu geben.« Katharina Teutsch, FAZ
Hier finden Sie eine Leseprobe zum Hineinschnuppern.
"Paradise Garden" - Elena Fischer | Diogenes Verlag
Impressionen 2024
© David Müller
© David Müller
© David Müller
© David Müller
© David Müller










© David Müller
© David Müller
Die Idee
Im Rahmen des Projekts „Koblenz liest ein Buch“ wird ein ausgewähltes Buch über mehrere Wochen hinweg zum Stadtgespräch und Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen. Unterschiedliche Formate laden dazu ein, selbst zu lesen, sich vorlesen zu lassen und sich mit bekannten oder unbekannten Menschen über die Themen des Romans auszutauschen. Lesungen, Gespräche, kreative Aktionen und Veranstaltungen an besonderen Orten im gesamten Stadtgebiet machen Literatur zu einem gemeinschaftlichen Erlebnis.
Die Projektreihe verfolgt das Ziel, möglichst viele Koblenzer:innen für das Lesen zu begeistern, Begegnungen zu schaffen und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Sie bietet ein gemeinschaftliches Lese- und Literaturerlebnis, stärkt die Kultur der Literatur und Diskussion in Koblenz und eröffnet einen Zugang zu literarischen Themen.
Eine Fachjury wählt den Roman sorgfältig nach sprachlicher Zugänglichkeit und thematischer Relevanz aus.
Die Veranstaltungen im Aktionszeitraum sollen ein breites Publikum erreichen und werden daher offen, niedrigschwellig und nach Möglichkeit kostenfrei angeboten. Sie bieten vielfältige und kreative Anknüpfungspunkte, um sich mit den Inhalten des ausgewählten Buches auseinanderzusetzen.
Das Projekt „Koblenz liest ein Buch“ wurde im Jahr 2017, anlehnend an das Format „GanzOhr“ der Koblenz-Touristik und dem Theater Koblenz, von der Buchhandlung Reuffel, der Universität Koblenz-Landau und dem Kultur- und Schulverwaltungsamt der Stadt Koblenz initiiert. An Idee und Ausführung waren zudem zahlreiche Unterstützer:innen beteiligt, insbesondere der Freundeskreis Theater Koblenz e.V.
Koblenz liest ein Buch 2024
Das Buch 2024: "Sophia der Tod und ich" von Thees Uhlmann
Im Debütroman des Musikers Thees Uhlmann geht es ums Ganze. Der Tod klingelt an der Tür. Aber statt den Erzähler ex und hopp ins Jenseits zu befördern, gibt es ein rasantes Nachspiel. Ein temporeicher, hochkomischer, berührender Roman über all das, was im Leben wirklich zählt.
Zwischen Tod und Erzähler entspinnt sich ein hinreißendes Wortgefecht, in dem es um Liebe, Freundschaft und Glauben, um den Lakritzgeschmack von Asphalt und das depressive Jobprofil des Todes geht. Zu seiner Verwunderung gelingt es dem Tod nicht, den Erzähler sterben zu lassen. Ein spektakulärer Roadtrip beginnt.
Gemeinsam mit seiner ruppigen Exfreundin Sophia und dem Tod macht sich der Erzähler auf den Weg zu seiner Mutter und zu seinem sieben Jahre alten Sohn, den er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat, dem er aber Tag für Tag eine Postkarte schreibt.»Sophia, der Tod und ich« ist ein irrsinnig lustiger, anrührender Roman, druck- und kraftvoll in jeder Zeile.
© Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co KGKoblenz liest ein Buch 2022
Das Buch 2022: "Was man von hier aus sehen kann" von Mariana Leky
Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman.
,,Was man von hier aus sehen kann'' ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter besonderen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan… Wie Innigkeit gelingen kann zwischen den Menschen – gegen viele Widerstände, Zeitverschiebungen und Unwägbarkeiten –, zeigt dieses ebenso kluge wie zartfühlende Buch, das zum großen Überraschungserfolg wurde.''
Mit ,,Was man von hier aus sehen kann'' beweist Mariana Leky, dass sie zu den kraftvollsten und unverwechselbaren Stimmen der deutschen Literatur gehört.

Koblenz liest ein Buch 2019
Das Buch 2019: "Sungs Laden" von Karin Kalisa
Am Anfang ist es nur eine alte vietnamesische Holzpuppe, die in der Aula einer Grundschule Kinder und Lehrer bezaubert. Noch ahnt keiner, dass binnen eines Jahres der Prenzlauer Berg auf den Kopf gestellt werden wird: Das Szene-Viertel entdeckt seinen asiatischen Anteil und belebt seine anarchisch-kreative Seele neu. Brücken aus Bambus spannen sich zwischen den Häusern, Parkraumwächter tragen Kegelhüte, auf Brachflächen grünt exotisches Gemüse, und ein Zahnarzt macht Sonntagsdienst für Patienten aus Fernost. Nachdem auf dem Dach des Bezirksamts kurzzeitig auch noch die Ho-Chi-Minh-Flagge wehte, münden die Aktionen in ein Fest, wie der Kiez noch keines erlebt hat: großes vietnamesisches Wassermarionettentheater in einem Ententeich! Vom Gemischtwarenladen des studierten Archäologen Sung nimmt all dies seinen Ausgang. Hier treffen die Schicksale ehemaliger vietnamesischer Vertragsarbeiter mit den Lebensgeschichten früherer DDR-Bürger zusammen, von hier aus wird der Kiez nicht nur mit Obst und Gemüse, sondern auch mit dem guten Geist der Improvisation versorgt.

Karin Kalisa, Jahrgang 1965, hat sich als Wissenschaftlerin mit asiatischen Sprachen, Philosophie und ethnologischen Beschreibungen beschäftigt. Nach Stationen in Bremerhaven, Hamburg, Tokio und Wien lebt sie seit einigen Jahren in Berlin. "Sungs Laden" ist ihr erster Roman, der zweite Roman wird im Herbst 2019 erscheinen.
Koblenz liest ein Buch 2017
Das Buch 2017: "Becks letzter Sommer" von Benedict Wells
Robert Beck, Deutsch- und Musiklehrer an einem Münchner Gymnasium, ist nicht zu beneiden. Mit 37 Jahren steuert er auf eine Midlife-Crisis zu. Aus seinem Lebenstraum als Musiker einer aufstrebenden Amateurband wurde es nichts und sein sicherer Job als Lehrer ödet ihn an. Sein Liebesleben, bestehend aus rein flüchtigen Frauenbeziehungen, gibt ihm genauso wenig Erfüllung. So empfindet Beck sein Leben als ein hoffnungsloses Desaster, gefangen zwischen gesicherter Beamtenstellung und unerfüllter Selbstverwirklichung – statt ausverkaufte Stadien zu füllen organisiert er Literaturcafés und Max Goldt-Lesungen. Mit dem Älterwerden ist Beck zudem mehr und mehr abgestumpft und eigensinnig geworden. Seine Träume hat die Zeit nach und nach zurechtgestutzt oder begraben. Seiner Arbeit als Lehrer ist er längst überdrüssig, hat er diese auch nur gewählt, um seinem Vater zu gefallen. Sein einziger Weggefährte ist der ehemalige Bandkollege Charlie. Ein exzentrisch, manisch-depressiver und drogensüchtiger Deutschafrikaner, der ziellos durchs Leben treibt und in seiner Hypochondrie jeden Tag aufs Neue an tödlichen Krankheiten erkrankt. Doch zwei menschliche Begegnungen scheinen eine Wende in Becks Leben zu bringen. Er lernt die Kellnerin Lara kennen, die eigentlich so gar nicht sein Typ ist, jedoch mit der Zeit unerwartet tiefe Gefühle in ihm auslöst. Doch die Affäre ist endlich, da sich Lara an einer Modeschule in Rom beworben hat.

Zugleich entdeckt er in seiner Klasse ein unglaubliches Musiktalent: den 17-jährigen rätselhaften Einzelgänger Rauli Kantas aus Litauen, der heimlich Schlittschuh läuft und im Verborgenen eine Waffe bei sich trägt. Beck sieht im Management dieses sonderbaren Jungen die Chance, sich doch noch musikalisch zu verwirklichen. Er nimmt sich dem Jungen nicht selbst- und neidlos an, schreibt Songs für ihn und organisiert eine Release-Party in der Schulturnhalle, zu der er frühere Kontakte aus der Musikszene einlädt. Mit eigenwilligen Eigenkompositionen und Melodie begeistert Rauli das Publikum und Becks ehemaligen Bandkollegen, der ihm einen Vertrag bei Sony anbietet; dies jedoch unter der Prämisse, dass sich Beck aus dem Management zurückzieht. Noch bevor Beck darüber ehrlich zu Rauli ist, brechen er, Charlie und Rauli zu einem Roadtrip durch Osteuropa auf. Das Ziel ist Istanbul, wo Charlie nach dem Aufenthalt in einer Nervenklinik seine Mutter besuchen will. Im Gepäck hat jeder seine eigenen Probleme. Auf der Fahrt stellt sich heraus, dass eine Plastiktüte ein weiterer Grund für die Fahrt ist: Charlie hat sich zu einem gefährlichen Drogenschmuggel überreden lassen. Rauli hingegen gesteht, dass er hinter Becks Rücken das Angebot von Sony aufgrund der prekären finanziellen Situation seiner Familie längst angenommen hat. Nun ist Becks Zukunft wieder ungewiss. Rauli ist als Künstler ein Genie, er selbst nur Durchschnitt. Soll er trotzdem seine Sicherheit aufgeben und zur Musik zurückkehren, obwohl ein Scheitern wahrscheinlich ist? Im Drogenrausch erscheint Beck ein gewisser Robert Zimmermann, der ihn bestärkt, seine Träume zu leben. Nach der gemeinsamen turbulenten Reise geht Rauli nach England, wo er nicht ganz erfolgreich an seiner Musikerkarriere arbeitet. Beck hingegen wagt den Schritt und kündigt seine Stellung als Lehrer. Er setzt alles auf eine Karte und geht nach Italien, um Musik zu machen. Jahre später wartet er noch immer auf musikalische Inspiration und lebt alleine. Was mit Lara ist, bleibt unklar. Eines Abends bekommt er Besuch von Rauli, der gezeichnet von Drogen und Enttäuschungen, von den Schlägen seines Vaters berichtet und über die Zurückweisung seiner Jugendliebe Anna nie hinweggekommen ist. Er hinterlässt ihm als Abschiedsgeschenk ein Lied zur Inspiration – sein unveröffentlichtes Meisterwerk Finding Anna.
Bei „Becks letzter Sommer“ handelt es sich um einen besonderen Buchaufbau. Die Form greift das zentrale Thema der Musik auf: Wie in einer Langspielplatte gibt es ein Intro, eine A- und B-Seite und ein Outro. Jeweils vier Kapitel enthält eine Seite. Die sogenannten Tracks sind mit Bob Dylan-Songs betitelt. Immer wieder eingeschoben sind Rückblenden und eine Perspektive, in der der Autor selbst als Schriftsteller Ben das Leben seines ehemaligen Lehrers Beck erzählt.
In seiner thematischen Vielfalt spricht das Buch Jung und Alt gleichermaßen an und ermöglicht einen generationenübergreifenden lebendigen Austausch. In „Becks letzter Sommer“ erzählt Benedict Wells humorvoll und auch nachdenklich von verpassten Chancen und alten unerfüllten Lebensträumen, von schicksalshaften Begegnungen und über die Liebe, von der Leidenschaft für Musik und einem außergewöhnlichen Sommerroadtrip am Rande des Wahnsinns, bei dem noch einmal alles möglich scheint.




